Vikariat

Welche Voraussetzungen gelten für das Vikariat?
Voraussetzung für das Vikariat ist v.a. das bestandene Erste Theologische Examen oder ein gleichwertiger Abschluss. Näheres regelt das Ausbildungsgesetz der Landeskirche.

Wann und wie bewerbe ich mich um einen Vikariatsplatz?
Das Vikariat beginnt bei uns um den 1.10. eines jeden Jahres. Sie sollten sich bis zum Ablauf des Juni beworben haben. Die Bewerbung richten Sie an den Landeskirchenrat der Evangelischen Kirche der Pfalz Dezernat 4 Zusätzlich stellen Sie sich bis zum Mai im Predigerseminar zum persönlichen Gespäch vor.

Wer ist mein Ansprechpartner?
Ansprechpartner für die Ausbildung ist die des Predigerseminars.

Wann ist der nächste Termin für eine Bewerbung?
Der Ausbildungsbeginn ist Oktober eines jeden Jahres. Bitte reichen Sie dazu Ihre Bewerbungen bis zum 30. Juni beim Landeskirchenrat ein. Bitte nehmen Sie zuvor Kontakt mit uns am Predigerseminar auf, bis zum 1. Mai. Der nächste Vikarskurs beginnt im Oktober 2022.

Das Vikariat in unserer Landeskirche bereitet auf die berufliche Tätigkeit einer Pfarrerin oder eines Pfarrers vor. Es dauert 29 Monate und endet mit dem II. Theologischen Examen. Der Vorbereitungsdienst beginnt mit dem Einführungskurs und gliedert sich wie folgt:

  • Schulvikariat: 8 Monate
  • Gemeindevikariat: 15 Monate
  • Spezialvikariat: 4 Monate
  • II. Theologisches Examen

> Ausbildungsordnung
> Prüfungsordnung II. Theologisches Examen
> PfK/AusbG

Warum Schulvikariat?
Sie werden religionspädagogisch ausgebildet, weil Sie als Gemeindepfarrerin oder als Gemeindepfarrer 4 Wochenstunden Religionsunterricht halten werden.
Sie beginnen Ihre Ausbildung zur Pfarrerin oder zum Pfarrer nicht auf der Kanzel, sondern in der Schule. Dort wirken Sie in einer Schnittstelle von Staat und Kirche und erfüllen damit eine besondere Aufgabe in unserer Gesellschaft: Sie sind öffentliche Person und treten öffentlich auf. Die Schule ist für diese pastorale Rolle ein hervorragendes Lernfeld.

Was ist das Ziel des Schulvikariats:
Sie können am Ende des Schulvikariats Ihren Religionsunterricht eigenständig planen und durchführen.

Wie gestaltet sich das Schulvikariat?
Sie sind während der 8 Monate Schulvikariat an zwei unterschiedlichen Schulformen.
Sie beginnen an einer Grundschule, bestenfalls an der Grundschule Ihrer späteren Gemeinde. Dort sind Sie von den Herbstferien bis zum Halbjahresende im Januar des Folgejahres.
Anschließend kommen Sie in eine andere Schulart mit gymnasialer Oberstufe, also eine BBS, eine Gesamtschule oder ein Gymnasium. Dort sind Sie von Januar bis Juni.

Wie werde ich im Schulvikariat begleitet?
Sie werden in der Schule von Mentorinnen und Mentoren begleitet. Dies können staatliche oder kirchliche Lehrkräfte sein. Von deren Unterricht übernehmen Sie sukzessive eigenständig Unterricht.
Weiterhin werden Sie durch das Predigerseminar begleitet. Bevor Sie an die Grundschule kommen, erarbeiten Sie sich im zweiwöchigen Kurs „Religionspädagogik 1“ die Grundzüge des Unterrichtens, die sie dann im Kurs „Religionspädagogik 2“, der direkt vor Ihrem Wech-sel in die weiterführende Schule stattfindet, verfeinern.
Zusätzlich treffen Sie sich immer wieder zu einzelnen thematisch gehaltenen Studientagen. Weiterhin werden Sie vom Predigerseminar vor Ort im Unterricht besucht.

Wie muss ich mir meine Arbeit im Schulvikariat vorstellen?
Sie nehmen im Schulvikariat am Leben Ihrer jeweiligen Ausbildungsschule teil. Es wird erwartet, dass Sie an vier Wochentagen an der Schule präsent sind. Einen Tag in der Woche haben Sie Ihren Studientag. Welcher Wochentag dies ist, legt Ihre Mentorin oder Ihr Mentor im Benehmen mit Ihnen fest.
Insgesamt sind Sie 14-16 Schulstunden in der Woche anwesend.
Davon übernehmen Sie sukzessive 6-8 Stunden eigenständigen durch den Mentor oder die Mentorin begleiteten Unterricht.
Am Ende des Schulvikariats reichen Sie beim Predigerseminar einen Bericht über diesen Vikariatsteil ein.

Finden im Schulvikariat Prüfungen statt?
Ja, während der 2. Phase des Schulvikariats besucht Sie eine Prüfungskommission zu einem benoteten Prüfungsunterricht. Am Ende des Schulvikariats erarbeiten Sie eine schriftliche Unterrichtseinheit, die Sie zur Prüfung abgeben. Hierfür sind Sie 9 Tage dienstbefreit.
Zusätzlich reichen Sie einen etwa 10seitigen Bericht über Ihr gesamtes Schulvikariat beim Predigerseminar ein. Dieser ist keine eigentliche Prüfungsleistung. Er ist aber die Grundlage für das Prüfungsgespräch in Ihrer mündlichen Prüfung im Fach „Religionspädagogik“ am Ende des Vorbereitungsdienstes.

Ansprechpartner für das Schulvikariat: Dr. Peter Busch.

Warum Gemeindevikariat?

Im Gemeindevikariat gewinnen Sie in einem tiefen Einblick in alle relevanten Arbeitsfelder eines Pfarrers/einer Pfarrerin.

Was ist das Ziel des Gemeindevikariats?

Sie können am Ende des Gemeindevikariats eine Gemeinde als Pfarrerin/Pfarrer übernehmen. Sie haben Einblick in alle relevanten Arbeitsfelder erhalten, in vielen auch praktische Erfahrungen sammeln können und diese auch reflektiert.

Wie gestaltet sich das Gemeindevikariat?

Sie sind während der 15 Monate Gemeindevikariat einer Kirchengemeinde oder einem Bezirk zugeordnet und können vor Ort, aber auch in der Kooperationsregion theoretische und praktische Erfahrungen sammeln. Neben der Gemeinde als Lernort haben Sie auch ein Lernfeld in einem Krankenhaus oder einer Einrichtung der Altenpflege. Hier sammeln Sie vertieft Erfahrungen im Bereich der Seelsorge.

Wie werde ich im Gemeindevikariat begleitet?

Sie werden in der Gemeinde von Mentorinnen und Mentoren begleitet, ebenso im Krankenhaus/ in der Altenpflegeeinrichtung von Seelsorgementorinnen und Seelsorgementoren. Beides sind Pfarrerinnen und Pfarrer. In beiden Aufgabenfeldern übernehmen Sie sukzessive eigenständig Aufgaben.

In den sogenannten „Amtswochen“ gegen Ende des Gemeindevikariats übernehmen Sie für 4 Wochen die gesamten Aufgaben Ihres Mentors Ihrer Mentorin in der Gemeinde.
Weiterhin werden Sie durch das Predigerseminar begleitet. Es finden 15 Kurswochen im Predigerseminar statt.

Zusätzlich treffen Sie sich immer wieder zu einzelnen thematisch gehaltenen Studientagen und in Regionalgruppen in Eigenverantwortung. Weiterhin werden Sie vom Predigerseminar vor Ort im Gottesdienst besucht.

Wie muss ich mir meine Arbeit im Gemeindevikariat vorstellen?

Sie nehmen im Gemeindevikariat am Leben Ihrer jeweiligen Ausbildungsgemeinde teil und gestalten dieses aktiv mit. Es wird erwartet, dass Sie an fünf Wochentagen in der Gemeinde präsent sind. Sie übernehmen die Gestaltung von Gottesdiensten, Bildungsveranstaltungen und bringen sich in der Gemeindeseelsorge ein. Gemeinsam mit Ihrem Mentor oder Ihrer Mentorin reflektieren Sie pastoraltheologische Fragestellungen.

Einen Tag in der Woche haben Sie Ihren Studientag. Welcher Wochentag dies ist, legen Sie im Benehmen mit Ihrer Mentorin oder Ihrem Mentor fest.

Einen Tag im Monat verbringen Sie im Krankenhaus oder in einer Einrichtung der Altenpflege und lernen dieses System mit seinen Arbeitsfeldern kennen. Nach einer Phase der Hospitation übernehmen Sie eigenständig Besuche und Gespräche mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Einrichtung.
Am Ende des Gemeindevikariats reichen Sie beim Predigerseminar einen Bericht über diesen Vikariatsteil ein.

Finden im Gemeindevikariat Prüfungen statt?

Ja, während der 2. Hälfte des Gemeindevikariats besucht Sie eine Prüfungskommission zu einer benoteten Gottesdienstabhör. Am Ende des Gemeindevikariats stehen zwei schriftliche Klausuren an. Eine mit exegetischem Schwerpunkt, eine mit dogmatischem Schwerpunkt. Sie bekommen zur Erarbeitung der Themen 4 Zeitstunden. Zudem erarbeiten Sie eine schriftliche Predigtarbeit, die Sie zur Prüfung abgeben. Hierfür sind Sie 9 Tage dienstbefreit.
Zusätzlich reichen Sie einen etwa 10seitigen Bericht über Ihr gesamtes Gemeindevikariat beim Predigerseminar ein. Dieser ist keine eigentliche Prüfungsleistung. Er ist aber die Grundlage für die Prüfungsgespräche in Ihren mündlichen Prüfungen in den Fächern Homiletik, Liturgik, Seelsorge und Pastoraltheologie, Kirchliches Handeln, Kirchenrecht.

Ansprechpartnerin für das Gemeindevikariat: Dr. Sigrun Welke-Holtmann.

Warum Spezialvikariat?

Im Spezialvikariat gewinnen Sie in einem kirchlichen oder kirchlich relevanten Arbeitsfeld Ihrer Wahl vertiefte Einblicke. Hier können Sie Ihrer Ausbildung eine individuelle Prägung geben, es sind auch Spezialvikariate im Ausland möglich.

Was ist das Ziel des Spezialvikariats?

Dieser Ausbildungsteil hat vertiefenden Charakter - Sie können hier also in einem Feld arbeiten, das Ihnen besonders am Herzen liegt und in dem Sie mehr erfahren möchten.

Es hat aber auch ergänzenden Charakter: Hier können Sie Einblicke in ein Feld gewinnen, das in Ihrer speziellen Ausbildungspraxis bislang wenig berücksichtigt war.

Wie gestaltet sich das Spezialvikariat?

Das Spezialvikariat findet am Ende der Ausbildung statt. Es dauert 4 Monate. In Absprache mit dem Predigerseminar wählen Sie während Ihreres Gemeindevikariats ein entsprechendes Arbeitsfeld und eine Sie begleitende Mentorin oder einen Sie begleitenden Mentor.

Wie muss ich mir meine Arbeit im Spezialvikariat vorstellen?

Die Arbeit kann sich je nach Einrichtung, in der Sie tätig sind, ganz unterschiedlich gestalten. Möglicherweise ist dies eine Zeit, in der von Ihnen eine stärkere Mobilität gefordert ist, weil Sie Ihre mentores bei deren übergemeindlichen Einsatzorten begleiten. Falls Sie außerhalb der Landeskirche oder gar im Ausland tätig sind, wären von Ihnen rechtzeitig die Reise- und Unterkunftsmodalitäten zu klären.

Finden im Spezialvikariat Prüfungen statt?

Nein, diese Zeit ist prüfungsfrei. Am Ende des Spezialvikariats legen Sie einen Bericht vor, der dann im Examen Gesprächsgrundlage für das Theologische Kolloquium ist.

Ansprechpartner für das Spezialvikariat: predigerseminar@evkirchepfalz.de.

 

Mit dem II. Theologischen Examen schließen Sie Ihre Ausbildung ab. Einzelne Prüfungsbestandteile absolvieren Sie schon während des Vorbereitungsdienstes. Am Ende Ihrer Ausbildungs sind Sie einige Tage zur Vorbereitung auf den Block der mündlichen Prüfungen freigestellt, der im Februar eines jeden Jahres in Speyer stattfindet.
Nach bestandenem II. Theologischen Examen und einem Gespräch bei einer Auswahlkommission der Kirchenregierung werden Sie auf Ihren Antrag hin zum 1. März in den Probedienst eingestellt.
Gespräche über Ihre konkrete Situation und mögliche Einsatzfelder werden im Vorfeld geführt, Sie werden dann vom Landeskirchenrat angesprochen.

Welche Prüfungsleistungen sind von mir zu erbringen?
Prüfungsleistungen während des Schulvikariats:

  • Durchführung einer Unterrichtsstunde in Evangelischer Religion
  • Verfassen einer Unterrichtseinheit in Evangelischer Religion

Prüfungsleistungen während des Gemeindevikariats:

  • Durchführung eines Predigtgottesdienstes
  • Erstellung einer schriftlichen Predigt
  • Zwei Klausuren

Mündliche Prüfungen in den Fächern:

  • Religionspädagogik
  • Homiletik
  • Liturgik
  • Pastoraltheologie (Seelsorge)
  • kirchliches Handeln in Gemeinde, Diakonie, Mission, Ökumene
  • Kirchenrecht und kirchliche Verwaltung

> Prüfungsordnung

Wer prüft mich?
Prüfungsvorsitz > die Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst.
Prüfer im Fach Religionspädagogik > Kirchenrat Thomas Niederberger
Prüfer im Fach Homiletik > Dekan Markus Jäckle
Prüfer im Fach Liturgik > Pfarrer Andreas Funke
Prüferin im Fach Pastoraltheologie (Seelsorge) > Pfarrerin Anja Behrens

Wann ist der nächste Prüfungstermin?
Die nächste Prüfung findet im Februar 2022 in Speyer statt.